
UN Trust Fund in August: Geschlechtsspezifische Gewalt und globale Ungleichheiten
Der UN-Treuhandfonds zur Beendigung von Gewalt gegen Frauen (UN Trust Fund), der von UN Women im Namen des UN-Systems verwaltet wird, ist der einzige globale Fördermechanismus mit gebündelten Mitteln, der ausschließlich der Beendigung aller Formen von Gewalt gegen Frauen und Mädchen (VAW/G) gewidmet ist.
Seit seiner Gründung im Jahr 1996 durch die Resolution 50/166 der UN-Generalversammlung hat der UN-Treuhandfonds 241,8 Millionen US-Dollar an 706 Initiativen in 140 Ländern und Gebieten vergeben. Er hat dabei seine Fähigkeit unter Beweis gestellt, zivilgesellschaftliche Organisationen und Frauenrechtsorganisationen zu unterstützen, die an vorderster Front dafür kämpfen, dass alle Frauen und Mädchen – einschließlich derjenigen, die am stärksten gefährdet sind, zurückgelassen zu werden – frei von jeglicher Form von Gewalt leben und ihre Menschenrechte genießen und ausüben können.
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Weltweit sind Mädchen spezifischen Formen von Gewalt ausgesetzt – allein aufgrund ihres Geschlechts.
Mädchen sind sowohl zu Hause, in der Schule als auch in ihren Gemeinden einem erhöhten Risiko ausgesetzt. Schädliche Praktiken wie Kinderehen und weibliche Genitalverstümmelung (FGM), die oft tief in patriarchalen Normen verwurzelt sind, betreffen weiterhin Millionen. Weltweit hat fast jedes fünfte Mädchen im Jugendalter, das sich in einer Beziehung befand, im vergangenen Jahr körperliche und/oder sexuelle Gewalt durch den Partner erlebt. Studien zeigen, dass Mädchen im Jugendalter einem höheren Risiko von Partnerschaftsgewalt ausgesetzt sind als erwachsene Frauen. Nur etwas mehr als die Hälfte der Frauen und Mädchen weltweit kann alle wichtigen Entscheidungen in Bezug auf ihre sexuelle und reproduktive Gesundheit selbst treffen – einschließlich Verhütung und sexueller Beziehungen.
Diese Risiken enden nicht im realen Leben. Weltweit haben erschreckende 16 bis 58 Prozent der Frauen und Mädchen bereits technologiegestützte geschlechtsspezifische Gewalt erlebt – ein Beweis für die allgegenwärtige und hinterhältige Natur dieser modernen Form der Gewalt.
Krisen – seien es bewaffnete Konflikte, klimabedingte Katastrophen, Pandemien oder wirtschaftliche Abschwünge – verschärfen diese Risiken zusätzlich. In Notlagen nehmen Kinderehen, sexuelle Ausbeutung und Menschenhandel oft zu, während lebenswichtige Gesundheits- und Schutzdienste unterbrochen werden.
Trotz einiger Fortschritte – etwa dem Rückgang der weltweiten Rate von Kinderehen von 23 % auf 19 % im letzten Jahrzehnt, der gestiegenen Zahl von Mädchen, die seit 2015 zur Schule gehen, oder weniger Geburten bei jugendlichen Mädchen – verläuft der Fortschritt langsam und kehrt sich in manchen Regionen sogar wieder um. Mit jeder neuen Krise geraten die Rechte junger Frauen und Mädchen zunehmend in Gefahr.
Und doch ist es wichtig zu betonen: Mädchen sind keine passiven Opfer. Weltweit erheben Mädchen und junge Frauen ihre Stimme, führen Bewegungen an und setzen sich für Veränderung ein. Ihre Stimmen und ihre Führung sind entscheidend, um jeder Form von Gewalt ein Ende zu setzen.
Vor 30 Jahren wurde mit der „Pekinger Aktionsplattform“ das besondere Recht von Mädchen als eines der zwölf vorrangigen Handlungsfelder anerkannt. Im Monat des Internationalen Tags der Jugend am 12. August bleibt es dringend notwendig, in die Stärkung von Mädchen zu investieren und der Gewalt gegen sie ein Ende zu setzen. Ihre Zukunft – und unsere – hängt davon ab.
Ziele:
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Die spezifischen Formen von Gewalt und schädlichen Praktiken hervorheben, denen Mädchen weltweit ausgesetzt sind – darunter Kinderehen, FGM, sexueller Missbrauch, Online-Belästigung und Partnerschaftsgewalt.
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Auf die vielfältigen Risiken aufmerksam machen, mit denen Mädchen in Krisensituationen konfrontiert sind – wie Vertreibung, Konflikte oder klimabedingte Katastrophen.
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Die Stimmen und das Engagement von Mädchen und jungen Frauen würdigen und verstärken – in ihrem Einsatz zur Verhinderung und Bewältigung von Gewalt.
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Für stärkere Investitionen in zivilgesellschaftliche und Frauenrechtsorganisationen eintreten, die an vorderster Front die Rechte von Mädchen schützen und sie befähigen, eine sicherere und gerechtere Zukunft mitzugestalten.
Quellen: