UN Trust Fund in September: Frauen, Wirtschaft und Gerechtigkeit: 30 Jahre nach Peking

Der UN-Treuhandfonds zur Beendigung von Gewalt gegen Frauen (UN Trust Fund), der von UN Women im Namen des UN-Systems verwaltet wird, ist der einzige globale Fördermechanismus mit gebündelten Mitteln, der ausschließlich der Beendigung aller Formen von Gewalt gegen Frauen und Mädchen (VAW/G) gewidmet ist.

Seit seiner Gründung im Jahr 1996 durch die Resolution 50/166 der UN-Generalversammlung hat der UN-Treuhandfonds 241,8 Millionen US-Dollar an 706 Initiativen in 140 Ländern und Gebieten vergeben. Er hat dabei seine Fähigkeit unter Beweis gestellt, zivilgesellschaftliche Organisationen und Frauenrechtsorganisationen zu unterstützen, die an vorderster Front dafür kämpfen, dass alle Frauen und Mädchen – einschließlich derjenigen, die am stärksten gefährdet sind, zurückgelassen zu werden – frei von jeglicher Form von Gewalt leben und ihre Menschenrechte genießen und ausüben können.

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Vor 30 Jahren wurde die Pekinger Aktionsplattform verabschiedet und erkannte „Frauen und Wirtschaft“ als eines der zwölf vorrangigen Handlungsfelder an.

Weltweit leisten Frauen entscheidende Beiträge zur Wirtschaft – sei es als Unternehmerinnen, Angestellte oder durch unbezahlte Haus- und Sorgearbeit im eigenen Zuhause. Dennoch schränken geschlechtsspezifische Diskriminierung, schädliche Stereotype und Gewalt weiterhin ihre Chancen ein. Viele Frauen sind auf unsichere, schlecht bezahlte Jobs beschränkt oder werden von Führungspositionen und Entscheidungsräumen ausgeschlossen.

Ökonomische Stärkung von Frauen bedeutet mehr als die bloße Teilhabe am Arbeitsmarkt. Sie sollte sich in der realen Fähigkeit widerspiegeln, gute Arbeitsplätze und Führungspositionen zu erlangen, Land und Vermögen zu besitzen und Einfluss auf Institutionen und politische Entscheidungen zu nehmen, die Wachstum und Entwicklung steuern. Ein gewaltfreies Arbeitsumfeld und Schutz vor sexueller Belästigung sind dabei grundlegend, damit Frauen erfolgreich sein können.

Am 18. September begehen wir den Equal Pay Day – ein bedeutender Erinnerungstag daran, dass die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern weltweit weiterhin besteht. Sie behindert nicht nur die wirtschaftliche Sicherheit von Frauen, sondern auch den allgemeinen sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt. Bei dem aktuellen Tempo würde es über 190 Jahre dauern, bis globale Gleichstellung in der Erwerbsarbeit erreicht ist. Dabei ist das Schließen dieser Lücke sowie das Überwinden struktureller Barrieren entscheidend, um das Potenzial und die Chancen aller zu entfalten.

Es ist zudem wichtig anzuerkennen, dass diese Situation für Frauen und Mädchen mit intersektionalen Identitäten – wie indigene Frauen, Frauen mit Behinderungen, Migrantinnen, Geflüchtete und Binnenvertriebene – noch stärker verschärft ist.

Wirtschaftliche Selbstbestimmung ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit – sie ist auch ein wirksames Mittel, um alle Formen geschlechtsspezifischer Gewalt zu verhindern und zu beenden. Wenn Frauen Zugang zu Ressourcen, guter Arbeit und Entscheidungsgewalt haben, können sie freier und selbstbestimmter leben – fernab von Gewalt – und einen vollständigen Beitrag zu ihren Gemeinschaften leisten.


Ziele:

  • Strukturelle Hürden aufzeigen, die Frauen den Zugang zu guter Arbeit, gleicher Bezahlung und Führungspositionen verwehren – und verdeutlichen, wie diese Ungleichheiten Frauen in wirtschaftlicher Abhängigkeit halten, auch in gewaltvollen Beziehungen.

  • Die enge Verbindung zwischen wirtschaftlicher Stärkung von Frauen und der Verhinderung geschlechtsspezifischer Gewalt hervorheben – insbesondere wie der Zugang zu Ressourcen, Eigentum und sicheren Arbeitsplätzen die Autonomie und Schutzfähigkeit von Frauen stärkt.

  • Für verstärkte Investitionen in zivilgesellschaftliche und frauenrechtsbasierte Organisationen eintreten, die Frauen wirtschaftlich stärken und sie in ihrer Selbstbestimmung unterstützen – einschließlich des Rechts auf ein Leben ohne Gewalt.

Quellen: