UN Women fordert dringenden Schutz für Frauen und Mädchen in El Fasher, Sudan

UN Women zeigt sich zutiefst besorgt und verurteilt die anhaltenden Angriffe auf Frauen, Mädchen und Zivilist:innen in und um El Fasher auf das Schärfste.

Seit über 500 Tagen sind Frauen und Mädchen dort Belagerung, Bombardierungen und gezielter Aushungerung ausgesetzt. Berichte deuten darauf hin, dass rund 300.000 Frauen und Mädchen, die Hälfte der etwa 575.000 eingeschlossenen Menschen, gefangen sind, sich von Tierfutter und Blättern ernähren müssen und unter extremer Hungersnot und Unsicherheit leiden.

Die Einnahme von El Fasher durch die Rapid Support Forces (RSF) markiert eine Eskalation, von einer Belagerung hin zu massiven Gräueltaten, darunter Tötungen, Vergewaltigungen, Gruppenvergewaltigungen, sexuelle Sklaverei, Zwangsverheiratungen und Entführungen von Frauen und Mädchen.

Laut lokalen medizinischen Netzwerken, darunter die Sudan Doctors Union, wurden in den vergangenen Tagen über 2.000 Zivilist:innen getötet, darunter zahlreiche Frauen und Mädchen. Am 30. Oktober sollen fast 500 Patient:innen und Begleitpersonen bei Angriffen auf das Saudi Maternity Hospital getötet worden sein, wo viele Frauen Zuflucht und medizinische Versorgung suchten. Es liegen zudem glaubwürdige Berichte über Angriffe auf Gesundheitspersonal vor.

Satelliten- und Videoaufnahmen zeigen niedergebrannte Häuser, entweihte Leichen und Massengräber. Kommunikationsausfälle erschweren die Überprüfung dieser Berichte sowie den humanitären Zugang und verhindern somit, dass lebenswichtige Hilfe Frauen und Mädchen in Not erreicht.

Tausende Frauen und Mädchen sind Berichten zufolge in Richtung Tawila Locality geflohen, wo inzwischen über 300.000 Frauen und Mädchen leben, mehr als die Hälfte der dort registrierten 652.000 Binnenvertriebenen (IDPs). Damit befinden sich fast 40 Prozent aller Binnenvertriebenen in Nord-Darfur in Tawila, wo akuter Mangel an Nahrung, Unterkunft und medizinischer Versorgung herrscht.

UN Women ruft alle Konfliktparteien und internationalen Akteure dringend dazu auf:

  • Sofort alle Gewalt und Angriffe gegen Frauen, Mädchen und Zivilist:innen in El Fasher einzustellen und ihren Schutz zu gewährleisten.
  • Ungehinderten, sicheren und nachhaltigen humanitären Zugang zu garantieren, um lebensrettende Hilfe für die Eingeschlossenen zu ermöglichen.
  • Vollen Schutz und sicheren Fluchtweg für Frauen und Mädchen zu gewährleisten, die vor der Gewalt fliehen wollen.
  • Rechenschaft für alle Gräueltaten sicherzustellen, einschließlich der grausamen sexuellen Gewalt, der Frauen und Mädchen ausgesetzt sind, im Einklang mit dem internationalen humanitären und Menschenrechtsrecht.
    Humanitäre Finanzierung zu erhöhen, insbesondere für frauen- und gemeinschaftsgeführte Organisationen, die weiterhin massiv unterfinanziert sind, damit lebensrettende Unterstützung Frauen und Mädchen erreichen kann.

Frauen sind nicht nur Opfer dieses Krieges. Sie sind auch Akteurinnen des Friedens, der Resilienz und des Wiederaufbaus. Ihre Führung und ihre Stimmen müssen im Mittelpunkt aller humanitären, friedensbildenden und Wiederaufbaubemühungen stehen, um Frieden und Würde in Darfur und im gesamten Sudan wiederherzustellen.

UN Women appelliert eindringlich an die internationale Gemeinschaft, schnell und geschlossen zu handeln, um die Gewalt zu beenden, Zivilist:innen zu schützen und die Rechte und Würde aller Frauen und Mädchen im Sudan zu wahren.