Die vierte Weltfrauenkonferenz fand im Jahr 1995 in Peking statt und legte einen bedeutenden Grundstein für die globale Agenda zur Förderung der Rechte von Frauen und Mädchen: die Pekinger Erklärung und Aktionsplattform.

189 Regierungen verabschiedeten mit der Pekinger Erklärung und Aktionsplattform einen gemeinsamen Plan zur Gleichstellung der Geschlechter. Die Leitlinien umfassen Empfehlungen in verschiedenen Bereichen wie Gesundheit, Frieden, Medien sowie Bildung und sollen politische Programme und Initiativen zur Gleichstellung vorantreiben.

30 Jahre nach der Weltfrauenkonferenz von Peking konnten wir in unserem Round Table auf diesen Meilenstein zurückblicken und die Bedeutung für die seither erfolgten Schritte diskutieren. Wir durften hierzu Frau Botschafterin a.D. MMag.a Dr.in Irene Giner-Reichl begrüßen, die an der Weltfrauenkonferenz in Peking teilgenommen hat und uns Einblicke in die damaligen Geschehnisse sowie die Entstehung der Pekinger Erklärung und Aktionsplattform gewährte. So legten insbesondere die Errungenschaften der Wiener Konferenz für Menschenrechte im Jahr 1993 einen signifikanten Grundstein für den Erfolg der Weltfrauenkonferenz in Peking. Es gelang, die Agenden der nördlichen und südlichen Frauenbewegungen umfassend zu vereinbaren und dadurch wichtige globale Maßnahmen zu initiieren. Insgesamt konnten durch die Weltfrauenkonferenz vor allem in den Bereichen Bildung und Erziehung, Verringerung der Müttersterblichkeit und Eindämmung von Gewalt gegen Frauen bedeutende Fortschritte erzielt werden.

Neben diesem Rückblick beleuchtete Frau Mag.a Christine Brandauer als Leiterin des Referats für internationale Frauenfragen im Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten, welche Maßnahmen seither erzielt werden konnten und wo es gegebenenfalls noch Handlungsbedarf gibt.

Die Pekinger Konferenz bildete das Fundament für wegweisende institutionelle Entwicklungen auf globaler Ebene. Aus den dort formulierten Ambitionen resultierte etwa die Gründung von UN Women sowie der Frauenstatuskommission (CSW) und die bahnbrechende UN-Sicherheitsratsresolution 1325 für die globale Agenda „Frauen, Frieden und Sicherheit“. Auch innerhalb der Europäischen Union wurden die Ziele der Pekinger Erklärung und Aktionsplattform durch eine Vielzahl von Maßnahmen verfolgt. Hierzu zählen die Verankerung der Geschlechtergleichheit in der Charta der Grundrechte der Europäischen Union sowie spezifische Gesetzgebungen, wie die Richtlinien zur Gleichbehandlung oder zur Lohntransparenz. Frau Mag.a Christine Brandauer beleuchtete zudem die konkreten Schritte, die Österreich unternommen hat, um den in Peking deklarierten Zielen nachzukommen. Besonders hervorzuheben ist dabei der Gewaltschutz, den Österreich durch das Gewaltschutz-Paket, die Einrichtung von Gewaltschutzambulanzen und den aktuellen Gewaltschutz-Aktionsplan umfassend und vielschichtig vorantreibt.

Die Expertinnen betonten die fundamentale Bedeutung der Weltfrauenkonferenz von Peking für das Vorantreiben der weltweiten Gleichstellungs-Agenden. Doch trotz all der Fortschritte, die seither erzielt werden konnten, besteht in vielen Bereichen noch immer großer Handlungsbedarf.

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