Obgleich Frauen einen Anteil von 48,5 % der unselbständig Beschäftigten in Österreich ausmachen, sind Frauen in der Führungsetage nach wie vor drastisch unterrepräsentiert. So sind in den 200 umsatzstärksten Unternehmen Österreichs lediglich 13,8 % der Führungspositionen mit Frauen besetzt (AK Frauen.Management.Report). Und auch der internationale Vergleich zeigt deutlich, dass es noch erheblichen Handlungsbedarf gibt, da Österreich in einem Bericht des Weltwirtschaftsforums hinsichtlich der wirtschaftlichen Teilhabe von Frauen lediglich Platz 67 von 146 belegt.
Dennoch gibt es in Österreich bemerkenswerte Unternehmen, die Diversität in ihrer Unternehmenskultur stark verankert haben und die Förderung von Frauen engagiert vorantreiben. In unserem Round Table durften wir Natalie Christof (Director Corporate Affairs, ESG Strategist Christof Industries), Monika Sternathova (Head of Group Diversity ERSTE Group Bank, Chairperson Erste Women’s Hub) und Eveline Breitwieser-Wunderl (Diversity & Inclusion Porsche Holding) begrüßen, die mit Martina Ernst (CEO und Gründerin von FairEqualSolutions), die das Gespräch moderierte, über verschiedenste Facetten der Arbeit für Gender Diversity berichteten.
Es wurde von allen Gästinnen ausdrücklich betont, dass der erste und entscheidende Schritt in einem Veränderungsprozess die systematische Erhebung von Daten ist. Nur so lässt sich ermitteln, wo ein Unternehmen aktuell steht und welche konkreten Maßnahmen notwendig sind, um in weiterer Folge klare Ziele und relevante KPIs (Key Performance Indicators) zu definieren. Um der Geschlechtergleichstellung ein Stück näher zu kommen, zählt jeder kleinste Schritt. Ein Anfang kann sein, erfolgreiche Frauen innerhalb des Unternehmens sichtbar zu machen und somit „Role Models“ zu schaffen, die andere Mitarbeitende inspirieren. Auch spezielle, auf Geschlechtergleichstellung ausgerichtete Initiativen – wie Mentoring-Programme oder maßgeschneiderte Trainings – haben sich als besonders wirksam erwiesen, um Frauen in ihrer beruflichen Entwicklung verstärkt zu unterstützen und untereinander zu vernetzen.
Wichtig ist, dass der Weg zur Geschlechtergleichstellung ein gemeinsamer ist, der nicht nur von Frauen, sondern auch von Männern als Allies aktiv mitgestaltet und vom gesamten Unternehmen getragen werden muss. Das Aufbrechen starrer Rollenbilder kommt schließlich allen Geschlechtern zugute, indem es eine Arbeitsumgebung schafft, die für alle mehr Chancen bietet. So führt Diversität in Teams auch nachweislich zu besseren Arbeitsergebnissen und innovativeren Lösungsansätzen.
Die Expertinnen betonen, dass der Weg zu Diversität und Geschlechtergleichstellung kein leichter ist, man sich dabei auf einen Marathon einstellen muss und viel Geduld erforderlich ist, um langsam aber stetig voranzukommen. Es ist sohin ein durchaus langer, aber lohnender Prozess, der das Potenzial hat, die Unternehmenskultur nachhaltig zu bereichern, wie die Erfolgsgeschichten der vorgestellten branchenführenden Unternehmen zeigen.