Der Gegenwind ist stark, aber unsere gemeinsame Entschlossenheit, die Rechte von Frauen voranzubringen, ist stärker.

New YorkWie immer hat die Kommission für die Rechtsstellung der Frau (CSW) eine deutliche Botschaft an Frauen und Menschen weltweit gesendet: Ihr Recht auf Gerechtigkeit ist bedeutsam, und diskriminierende Gesetze und Praktiken haben in Rechtssystemen, der Politik und Institutionen keinen Platz. 

Die vergangenen zwei Wochen haben einmal mehr die Energie, die Entschlossenheit und die Leidenschaft all jener gezeigt, Delegierte und Vertreter:innen der Zivilgesellschaft, die diese Kommission zum Leben erwecken.

Dies ist gelungen, trotz vieler Herausforderungen, weil wir alle eine gemeinsame Überzeugung in eine grundlegende Wahrheit teilen: Geschlechtergleichstellung und Frauenrechte sind das Fundament, auf dem unsere Ambitionen für Frieden, Sicherheit, wirtschaftlichen Wohlstand und nachhaltige Entwicklung beruhen.

“Ohne die gleichberechtigte und bedeutungsvolle Teilhabe von Frauen, ohne ihren gleichberechtigten Zugang zu Justiz, zu wirtschaftlichen Chancen, zu einem Leben frei von Gewalt, ohne ihre Führungsrolle in Regierungen, im Privatsektor und bei Friedensverhandlungen – werden unsere Nationen keinen Fortschritt erzielen. Diese ganz einfache Wahrheit zu bekräftigen und sie durch vereinbarte Schlussfolgerungen voranzubringen, ist das Ziel dieser Kommission – und Sie haben sich dieser Herausforderung gestellt.”

Mein tiefster Dank gilt unserer geschätzten Vorsitzenden, Ihrer Exzellenz Botschafterin Maritza Chan Valverde, sowie allen Vizevorsitzenden: Frau Andreea Mocanu (Rumänien), Frau Samah Dbouk (Libanon) und ein besonderer Dank an Herrn Noah Oehri (Liechtenstein) und Frau Flavia Umulisa (Ruanda) für ihre Arbeit bei der Aushandlung der vereinbarten Schlussforderungen. Ich weiß, dass ihre Bemühungen von jeder und jedem einzelnen von Ihnen geschätzt werden.

Das Büro der CSW70 war eine Inspiration und hat in einer kritischen Zeit für die Kommission echte Führungsstärke bewiesen. Gemeinsam leiteten Sie die erste Sitzung der revitalisierten CSW.

Ich danke Ihnen, den Mitgliedstaaten, für Ihre anhaltende Unterstützung von UN Women, während wir Sie unterstützen und mit Ihnen zusammenarbeiten, um Ihre nationalen Prioritäten und Ihre Ziele im Bereich der Geschlechtergleichstellung umzusetzen. 

Mein Dank gilt auch dem Team von UN Women, das unermüdlich, jeden Tag, hier in New York und auf der ganzen Welt, für die Förderung der Geschlechtergleichstellung, der Rechte und des Empowerments aller Frauen und Mädchen arbeitet.

Die Wirkung von UN Women misst sich in gelebten Leben, in veränderten Leben, in Gesetzen, die schützen, in Volkswirtschaften, die inklusiv sind, und in Friedensprozessen, die durch die Führungsrolle von Frauen geprägt werden. Von Entwicklungskontexten bis hin zu Konfliktsituationen sehen wir Fortschritte, wo Frauen und Mädchen nicht länger zurückgelassen werden, sondern voranschreiten.

Foto: Sima Bahous, UN-Untergeneralsekretärin und Exekutivdirektorin von UN Women, bei ihrer Abschlussrede anlässlich der 70. Sitzung der Kommission für die Rechtsstellung der Frau, UN-Hauptquartier, 19. März 2026. © UN Women / Ryan Brown.

Ich möchte auch unseren Schwesterorganisationen im gesamten System der Vereinten Nationen für ihr aktives Engagement während dieser Tagung und generell für die Gleichstellung der Geschlechter und die Stärkung der Rolle der Frau danken. Dies ist auch im Rahmen von UN80 unser gemeinsames Bestreben, während wir auf eine stärkere, kohärentere und gut finanzierte Architektur für die Gleichstellung der Geschlechter im Herzen des UN-Systems hinarbeiten.

Unser gemeinsamer Fokus muss weiterhin auf den Frauen und Mädchen in Krisenkontexten liegen. Sie zahlen den höchsten Preis, von Afghanistan bis Gaza, in der Demokratischen Republik Kongo, in Haiti, Myanmar, der Ukraine, im Südsudan, in Somalia und, während wir hier sprechen, im gesamten Nahen Osten. Die lange Liste wird immer länger. Wir hoffen, dass sie alle bald Gerechtigkeit und Frieden finden werden – sowie eine Rückkehr zur Rechtsstaatlichkeit sowie zur Achtung der UN-Charta.

Am Eröffnungstag dieser Kommission haben Sie mit Mehrheit für die Annahme  historischer, vereinbarter Schlussfolgerungen gestimmt. Damit haben Sie den Zugang von Frauen und Mädchen zur Justiz fest in den Mittelpunkt der globalen Agenda für Geschlechtergleichstellung gestellt, in der Erkenntnis, dass diskriminierende Gesetze und strukturelle Barrieren – einschließlich schädlicher sozialer Normen – Frauen und Mädchen und der vollständigen Verwirklichung ihrer Rechte weiterhin im Wege stehen.

Sie haben die Regierungen dazu aufgefordert, diskriminierende Gesetze – von der Kinderheirat bis hin zu Familien- und Eigentumsrechten – zu überprüfen und Maßnahmen zur Prävention und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen sowohl online als auch offline zu verstärken. 

Sie haben betont, dass Täter zur Rechenschaft gezogen werden müssen und dass Überlebende zeitnah und unter Berücksichtigung ihrer traumatischen Erfahrungen Zugang zu Justiz und Unterstützungsdiensten erhalten müssen.

Sie haben die Notwendigkeit einer angemessenen Finanzierung und einer koordinierten Justizpolitik anerkannt, einschließlich der Gewährleistung eines universellen Zugangs zu Rechtsbeistand. 

Sie haben bahnbrechende Formulierungen durchgesetzt. Zum ersten Mal werden Sozialarbeiter:innen im Justizbereich und Rechtsassistent:innen ausdrücklich als wichtige Akteure anerkannt, die den Zugang von Frauen und Mädchen zur Justiz verbessern können. Auch inhaftierte Frauen werden ausdrücklich berücksichtigt, ebenso wie die geschlechtsspezifischen Umstände, die zu ihrer Inhaftierung geführt haben. 

Sie haben geschlechtergerechte Mechanismen der Übergangs- und internationalen Justiz vorangetrieben und das Potenzial administrativer Wiedergutmachungsmaßnahmen hervorgehoben, um Frauen und Mädchen, die Konflikte und Krisen überlebt haben, zeitnah Abhilfe zu verschaffen. 

Ihre Schlussfolgerungen befürworten einen gesamtgesellschaftlichen Ansatz und erkennen die Zivilgesellschaft – insbesondere feministische Gruppen – als unverzichtbare Partner an.

Gemeinsam haben Sie einen entscheidenden Schritt in Richtung einer Gerechtigkeit getan, die wirklich für alle Frauen und Mädchen gilt.  

UN Women freut sich darauf, mit Ihnen allen zusammenzuarbeiten, um die vereinbarten Schlussfolgerungen umzusetzen.

Die CSW70 markiert die erste Sitzung seit der Verabschiedung der ECOSOC-Resolution (2026/2) zur Revitalisierung dieser Kommission. Im Rahmen der Revitalisierung wurden die Vereinbarten Schlussfolgerungen auf 10 Seiten reduziert, um sie fokussierter zu gestalten. Hinzugekommen sind drei neue Elemente: eine Multi-Stakeholder-Anhörung, ein hochrangiges Treffen zu Gewalt gegen Frauen und Mädchen mit über 80 Ministerinnen und Ministern sowie ein eigens einberufener Ministerrundtisch zu den Rechten und der Stärkung älterer Frauen.

An der CSW70 nahmen 190 Mitgliedstaaten teil, darunter zwei Staats- oder Regierungschefs, ein Vizepräsident, fünf stellvertretende Premierminister und 75 Ministerinnen und Minister. Zudem waren über 4.600 Vertreterinnen und Vertreter von Nichtregierungsorganisationen anwesend, und es fanden insgesamt 255 Nebenveranstaltungen statt, organisiert von Mitgliedstaaten, der Zivilgesellschaft und der UN-Familie.

In allen Räumen haben Aktivist:innen sowie Führungspersönlichkeiten der Zivilgesellschaft, jung und alt, Empfehlungen ausgesprochen und mutige Maßnahmen gefordert, um Gerechtigkeit für alle Frauen und Mädchen greifbarer zu machen.

Ich danke Ihnen und zolle Ihnen meinen Respekt – für Ihre Leidenschaft, für Ihr Engagement und für die Hoffnung, die Sie stets in sich tragen. Die Hoffnung, die uns alle trägt, während wir gemeinsam voranschreiten. Vielen Dank also an die Zivilgesellschaft und die Nichtregierungsorganisationen. 

Das unerschütterliche Engagement von UN Women für Geschlechtergleichstellung, die Stärkung von Frauen sowie für unser entscheidendes dreifaches Mandat wird das unverrückbare Fundament bleiben, auf dem wir stehen.

Wir werden weiterhin die Versprechen der Pekinger Erklärung einlösen, um Geschlechtergleichstellung sowie die Rechte und Stärkung aller Frauen und Mädchen in ihrer Vielfalt voranzubringen – niemanden zurücklassend. Wir werden den Zugang zur Justiz für alle Frauen und Mädchen vorantreiben. Und wir freuen uns darauf, gemeinsam mit Ihnen allen auf dieses Ziel hinzuarbeiten.

Wir freuen uns auch auf die 71. Tagung der Kommission (CSW71) im nächsten Jahr. Das Schwerpunktthema der Kommission wird die Gleichstellung der Geschlechter sowie die Menschenrechte von Frauen und Mädchen im Rahmen der Ziele für nachhaltige Entwicklung beleuchten.

Obwohl das Jahr 2030 näher rückt, wurde noch keiner der Indikatoren für Ziel 5 vollständig erreicht. Die CSW71 wird die Fortschritte bei den Zielen für nachhaltige Entwicklung überprüfen, erforderliche Maßnahmen und Hebel identifizieren, um die Dynamik aufrechtzuerhalten und die Aktionsplattform von Peking voranzubringen. 

In diesem Jahr wird ein neuer Generalsekretär gewählt – vielleicht die folgenreichste Entscheidung in der Geschichte der Vereinten Nationen. Ich weiß, dass wir alle bei UN Women – und ich bin sicher, dass viele von Ihnen hier im Saal – stolz darauf wären, die Kommission im nächsten Jahr gemeinsam mit einer Generalsekretärin zu eröffnen.

Wenn wir diesen Saal verlassen, lassen Sie uns die Stimmen, die Fakten und die Dringlichkeit, die diese Sitzung geprägt haben, mitnehmen. Die Welt schaut zu. Frauen und Mädchen zählen auf uns alle. Und gemeinsam müssen wir – und wir werden – Ergebnisse liefern. 

Allen, die morgen Eid al-Fitr feiern – möge er Frieden und Hoffnung für alle bringen.

Ich danke Ihnen.

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