Im Fokus: Die weltweit schwerste humanitäre Krise für Frauen und Mädchen

Drei Jahre Krieg im Sudan haben die weltweit schwerste humanitäre und Schutzkrise für Frauen und Mädchen ausgelöst.

Mehr als 17 Millionen Frauen und Mädchen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Weitverbreitete Gewalt, Vertreibung und anhaltende Unsicherheit verschärfen ihre Situation täglich. Der Zugang zu Nahrung, sicherer Unterkunft und medizinischer Versorgung ist stark eingeschränkt.

Sexualisierte Gewalt als Kriegsstrategie

Sexualisierte Gewalt wird gezielt als Mittel der Kriegsführung eingesetzt – um Angst zu verbreiten, Gemeinschaften zu destabilisieren und Kontrolle auszuüben. Frauen und Mädchen sind selbst auf der Flucht, in Lagern oder bei der Suche nach Wasser und Nahrung nicht sicher.

Der Bedarf an Unterstützungsangeboten bei geschlechtsspezifischer Gewalt ist seit Beginn des Krieges massiv gestiegen. Im Jahr 2026 sind 12,7 Millionen Menschen – überwiegend Frauen und Mädchen – darauf angewiesen.

Extremer Mangel an Versorgung

Frauen und Mädchen sind besonders stark von Hunger betroffen und verzichten oft als Letzte auf Nahrung. In vielen Konfliktgebieten fehlt es vollständig an Zugang zu grundlegender Versorgung. In Regionen wie Darfur und Kordofan besteht weiterhin akute Hungergefahr.

Frauen leisten Widerstand und Hilfe

Trotz dieser extremen Bedingungen spielen sudanesische Frauen eine zentrale Rolle in der humanitären Hilfe und in lokalen Friedensprozessen. Ihr Engagement bleibt jedoch vielfach unterfinanziert und wird nicht ausreichend anerkannt. 99 Prozent der befragten von Frauen geführten Organisationen berichten von massiven Herausforderungen durch fehlende finanzielle Mittel und unsichere Rahmenbedingungen.

Unterstützung durch UN Women

UN Women arbeitet vor Ort mit über 45 Frauenorganisationen in 15 Bundesstaaten zusammen. Ziel ist es, Frauen in humanitäre Maßnahmen einzubinden, lebenswichtige Unterstützung bereitzustellen und sichere Räume sowie psychosoziale Hilfe zu schaffen.

UN Women fordert ein sofortiges Ende der Gewalt, den Schutz der Zivilbevölkerung sowie die gleichberechtigte Einbindung von Frauen in alle Maßnahmen der humanitären Hilfe. Dazu gehört auch eine stärkere und langfristige finanzielle Unterstützung von Frauenorganisationen.