Schwere Überschwemmungen haben im Norden Nepals Menschenleben gefordert, Familien vertrieben und Häuser, Infrastruktur und Lebensgrundlagen zerstört. Allein in den besonders betroffenen Distrikten Rasuwa und Nuwakot sind schätzungsweise mehr als 157.000 Frauen und Mädchen direkt oder indirekt von der Katastrophe betroffen.
UN Women ist vor Ort
Gemeinsam mit der Regierung Nepals, UN-Organisationen, Frauenrechtsorganisationen und humanitären Partnern arbeitet UN Women daran, dass Frauen und Mädchen Zugang zu lebenswichtigen Dienstleistungen und Schutz erhalten – und ihre besonderen Bedürfnisse bei der Katastrophenhilfe berücksichtigt werden.
Dabei geht es nicht nur um die unmittelbare Nothilfe. Frauen sollen selbstständig Zugang zu Nahrungsmittel- und Wiederaufbauhilfe erhalten und gleichberechtigt am Wiederaufbau beteiligt sein. UN Women unterstützt deshalb unter anderem den direkten Wiederaufbau von Lebensgrundlagen und arbeitet daran, Hindernisse durch fehlende Dokumente, Eigentumsverhältnisse, Sprache oder eingeschränkte Mobilität abzubauen.
Frauen helfen ihren Gemeinden: die Community Kitchens
Ein wichtiger Teil der aktuellen Hilfe ist die Community Kitchen Initiative. UN Women mobilisiert dafür dringend benötigte Mittel. Die von Frauen geleitete Nothilfeinitiative verbindet unmittelbare Nahrungsmittelhilfe mit längerfristiger Unterstützung: Betroffene Menschen erhalten Essen, während gleichzeitig Möglichkeiten für Frauen geschaffen werden, Verantwortung zu übernehmen, Einkommen zu erzielen und am langfristigen Wiederaufbau mitzuwirken.
So sind Frauen nicht nur Empfängerinnen von Hilfe. Ihre Erfahrungen, ihre lokalen Netzwerke und ihr Wissen sind entscheidend, um auch diejenigen zu erreichen, die sonst möglicherweise übersehen werden.
Die Fluten haben ganze Lebensgrundlagen zerstört
Am 26. August 2026 traten die Flüsse Bhotekoshi und Trishuli über die Ufer. Die Wassermassen trafen Gemeinden in Rasuwa, Nuwakot, Dhading, Gorkha und Chitwan.
Menschen verloren ihr Leben, Familien mussten ihre Häuser verlassen. Wohnhäuser, Straßen und Brücken wurden ebenso zerstört wie landwirtschaftliche Flächen und damit die Lebensgrundlage vieler Menschen. Beschädigte Straßen, Brücken und Kommunikationswege erschweren die laufenden Rettungs- und Hilfsmaßnahmen zusätzlich.
Das gesamte Ausmaß der Katastrophe ist noch nicht absehbar. Doch bereits jetzt ist klar: Frauen und Mädchen sind besonderen Risiken ausgesetzt.
Warum Frauen und Mädchen jetzt besonders gefährdet sind
Katastrophen treffen nicht alle Menschen gleich. Erste Informationen aus Nepal weisen darauf hin, dass Frauen und Mädchen unter anderem mit erhöhten Risiken durch Vertreibung, fehlenden Schutz, mangelnden Zugang zu sauberem Wasser und wichtigen Gesundheitsleistungen sowie Ernährungsunsicherheit konfrontiert sind. Gleichzeitig drohen der Verlust von Einkommen und eine noch größere Belastung durch unbezahlte Sorgearbeit.
Für Frauen und Mädchen können sich bestehende Ungleichheiten in dieser Situation weiter verschärfen:
Schutz und Sicherheit: Überfüllte Notunterkünfte, fehlende Privatsphäre und unzureichend geschützte sanitäre Einrichtungen können das Risiko von Belästigung und Gewalt erhöhen.
Wasser und Gesundheit: Zerstörte oder verunreinigte Wasserquellen erschweren den Zugang zu sicherem Trinkwasser und Hygiene. Gleichzeitig können Schäden am Gesundheitssystem den Zugang zu wichtiger Versorgung für Schwangere und Neugeborene sowie zu sexueller und reproduktiver Gesundheitsversorgung einschränken.
Nahrung und Lebensgrundlagen: Wenn Lebensmittel knapp werden und Einkommen wegbrechen, können Frauen besonders betroffen sein. Schäden an Landwirtschaft und Tourismus gefährden Einkommen und Ernährungssicherheit zusätzlich.
Zugang zu Hilfe: Auch Information, Sprache, Mobilität, fehlende Dokumente oder Eigentumsrechte können dazu führen, dass Frauen humanitäre Unterstützung schwerer erreichen.
Frauen und Mädchen brauchen jetzt unsere Unterstützung
Die unmittelbaren Folgen der Flut sind verheerend. Gleichzeitig wird der Wiederaufbau Zeit brauchen.
Ihre Spende hilft, Frauen und Mädchen in dieser Krise zu erreichen und ihnen einen sicheren und selbstbestimmten Wiederaufbau zu ermöglichen.