Cécile Vogt

Nachlese zum Round Table „Cécile Vogt – Pionierin der Hirnforschung“ – Gespräch mit der Autorin Dr.in  Birgit Kofler-Bettschart

 

Cécile Vogt (1875–1962) war eine herausragende Pionierin und wichtige Wegbereiterin für Wissenschaftlerinnen im Bereich Naturwissenschaft. Die Neurowissenschaftlerin wurde für ihre innovative Grundlagenerforschung des Gehirns 13-mal für den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin nominiert. Die Autorin Dr.in  Birgit Kofler-Bettschart setzte dieser außerordentlichen Persönlichkeit ein Denkmal in Form der Biografie „Cécile Vogt – Pionierin der Hirnforschung“. In einem Gespräch mit Dr.in Desiree Schweitzer/UN Women Austria stellte Dr.in  Birgit Kofler-Bettschart die außergewöhnliche Lebensgeschichte von Cécile Vogt näher vor – nutzen Sie die Gelegenheit, diese aufschlussreiche Veranstaltung vom 27.07.2022 per Video nachzuverfolgen.

 

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Cécile Vogt hatte ein vielschichtiges und außerordentliches Leben, sowohl als Frau, Mutter und Partnerin als auch als geniale Wissenschaftlerin und Wegbereiterin für Frauen in der Forschung. 1875 in der französischen Provinz als Cécile Mugnier geboren, ging sie im Alter von 18 Jahren zum Medizinstudium nach Paris, zu einer Zeit, als nur sehr wenige Frauen studierten konnten. Auch von einer unehelichen Schwangerschaft im Alter von 22 Jahren ließ sie sich von ihrer wissenschaftlichen Karriere nicht abbringen. Anstatt den Vater des Kindes zu heiraten und Hausfrau zu werden, setzte sie ihr Studium fort und promovierte schließlich im Jahr 1900 in Paris zur Doktorin der Medizin. Sie heiratete letztendlich Oskar Vogt. Die beiden waren ein gleichberechtigtes Arbeitspaar und gründeten in Berlin das Forschungsinstitut „Neurologische Zentralstation“, das später zum Kaiser Wilhelm-Institut für Hirnforschung wurde – Vorläufer des heutigen Max-Planck-Institut für Hirnforschung. Cécile Vogt ist nicht nur Mitbegründerin des zu seiner Zeit größten Hirnforschungszentrums weltweit, sondern ist auch von zahlreichen Publikationen Erstautorin und nach ihr wurde das sogenannte Vogt-Syndrom benannt. Das gleichberechtigt forschende Ehepaar wurde in Zeiten des Nationalsozialismus verfolgt und musste 1937 das Institut in Berlin verlassen. Im Schwarzwald gründeten sie ein neues privates Forschungsinstitut.

Dr.in Birgit Kofler-Bettschart lebt und arbeitet als Autorin in Wien und Triest. Sie studierte Rechtswissenschaften, arbeitete u. a. bei der UNESCO und im österreichischen diplomatischen Dienst und war Kabinettchefin im Gesundheitsministerium, bevor sie sich als Journalistin, Verlegerin und Kommunikationsberaterin im Gesundheitswesen selbständig machte.

© Fotos von UN Women Austria