Am 28. November 2023 fand der virtuelle Round Table mit dem bezeichnenden Titel „Kein Raum. Cyber-Gewalt gegen Frauen in (Ex-)Beziehungen“ statt. Als Gäste durften wir das Forschungsteam bestehend aus Magdalena Habringer, BA MA (FH Campus Wien), Mag.a Sandra Messner (ZSW) und Mag.a Andrea Hoyer-Neuhold (ZSW) begrüßen, das umfassende Einblicke in die wachsende Bedrohung durch die missbräuchliche Anwendung technologischer Entwicklungen im Kontext häuslicher Gewalt gegen Frauen gewährte.

Das Forschungsteam präsentierte die Ergebnisse der hierzu durchgeführten Studie, die sich durch verschiedene Methoden wie qualitative Einzelinterviews, Fokusgruppen mit Vertreter:innen der Sozialen Arbeit, Polizei und Justiz, sowie einer quantitativen Umfrage zu den Beratungshäufigkeiten im Bereich Cyber-Gewalt auszeichnete. Aktenanalysen zu Anzeigen bezüglich Cyber-Mobbings in (Ex-)Beziehungen und die Entwicklung eines digitalen Beratungstools rundeten das methodische Spektrum ab.

 

Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass Cyber-Gewalt gegen Frauen in (Ex-)Beziehungen unterschiedliche Formen und Ausprägungen annimmt. Unter den auf Basis der erhobenen Daten identifizierten Formen finden sich beispielsweise bildbasierte sexualisierte Gewalt, wie heimliche Filmaufnahmen beim Geschlechtsverkehr oder das unerwünschte Versenden expliziter Bilder. Der Missbrauch von Fake-Profilen, der nicht nur eine digitale Belästigung, sondern auch Identitätsdiebstahl darstellen kann, wurde ebenfalls als häufig auftretende Form von Cyber-Gewalt identifiziert.

Die Bedrohung manifestiert sich zudem oft durch drohende Nachrichten und Anrufe mit sexualisierten Beschimpfungen, die Kontrolle durch technische Geräte, insbesondere über Social Media, sowie durch das Abhören und Filmen von Betroffenen. Standortkontrollen und die Beschädigung technischer Geräte wurden ebenfalls als Ausdrucksformen dieser Gewalt identifiziert. Praxiserfahrungen ergänzen diese Liste um Aspekte wie Psychoterror durch das Internet of Things (IoT) und ökonomische Cybergewalt. Ein Ausweg oder sicherer Raum bietet sich für die betroffenen Frauen meist kaum, zumal die Gewaltausübung oft auch mit Manipulationen des Umfelds der Frauen einhergeht.

 

Der Round Table verdeutlichte nicht nur die vorherrschenden Missstände, sondern gab auch wichtige Impulse für erforderliche Maßnahmen, um Frauen einen sicheren Raum frei von Cyber-Gewalt zu ermöglichen. Die Präsentation der Studienergebnisse bot einen tiefen Einblick in die Herausforderungen, vor denen betroffene Frauen stehen, und rief dazu auf, gemeinsam an wirksamen Lösungsansätzen zu arbeiten. Der Round Table markierte somit einen bedeutenden Schritt im Bewusstseins- und Handlungsbereich, um dieser Form der Gewalt aktiv entgegenzutreten, denn klar ist: technische Überwachung und Cyber-Gewalt sind kein Liebesbeweis!